Ebenheitstoleranzen

Welche Ebenheit muss die Oberfläche des Untergrundes aufweisen, um einen Bodenbelag sicher verlegen zu können? Nur wenige kennen die genauen Anforderungen der Ebenheiten von Bodenbelägen an den Untergrund.

Die Qualitätsanforderungen an die Ebenheit von Untergründen für Bodenbeläge und Parkett sind vier Ebenheitsklassen unterteilt. Erfahre hier, wie du die Ebenheit eines Untergrundes bestimmst, die notwendige Schichtdicke der Spachtelmasse ermittelst und welche Ebenheitstoleranzen für die geplante Bodenverlegung gelten!

Die Ebenheit des Untergrunds vor der Verlegung prüfen – so geht’s!

Die Ebenheit wird mit einer mindestens Richtlatte (mindestens 1 Meter lang) und einem Messkeil gemessen. Dazu wird die Latte auf den Untergrund gelegt. An den Stellen, an denen Licht zwischen der Richtlatte und dem Untergrund durchscheint, befindet sich eine Unebenheit. Wie groß die Unebenheit ist, wird dadurch bestimmt, wie tief der Messkeil unter die Richtlatte passt. So kann festgestellt werden, wieviel Millimeter die Unebenheit aufweist und ob sie noch innerhalb der Toleranz liegt.

Ebenheitsklasse E1

Messpunkteabstand0,1 m1 m2m4 m
Ebenheitstoleranz2 mm4 mm6 mm10 mm
Die Ebenheitsklasse E1 ist die Anforderung an den Estrichleger und entspricht der DIN 18202 Tabelle 3, Zeile 3. Sie ist die Normalanforderung für den Parkettleger.

Welche Bodenbeläge eignen sich zur Verlegung auf der Ebenheitsklasse E1?

 Vollflächig verklebtVollflächig verklebt oder fixiertSchwimmende VerlegungLose Verlegung
E1Einige Parkettarten---
Auf Untergründe mit dieser Ebenheit kann nur Parkett mit niedrigen Anforderungen an die Ebenheit verlegt werden. Beispiele sind Mehrschichtparkettelemente bis ca. 70 cm Länge oder Stabparkett.

Tipp gegen Hohlstellen

Um eine ausreichende Menge von Klebstoff mit entsprechender Riefenhöhe zu gewährleisten, sollte bevorzugt die Zahnung B 11 verwendet werden, um Hohlstellen zu vermeiden. Bei größeren Elementen ab ca. 150 cm – 180 cm bietet eine spezielle Dielenzahnung entsprechende Sicherheit.

Ebenheitsklasse 2

Die Ebenheitsanforderung E2 ist für die Verlegung von textilen und elastischen Bodenbelägen die Normalanforderung. Sie entspricht ebenfalls der DIN 18202 nach Tabelle 3, Zeile 3. Jedoch muss hier zusätzlich eine Spachtelung erfolgen.

Welche Bodenbeläge eignen sich zur Verlegung auf Ebenheitsklasse E2?

 Vollflächig verklebtSchwimmende VerlegungLose verlegt
E2Parkett; groß- oder kleinflächige Formate zur Vermeidung von Wippern und HohlstellenElastische Beläge
E2TextilMehrschichtparkett
E2Strukturierte und stark gemusterte elastische Bodenbeläge in Bahnen sowie Fliesen und PlankenTextile Fliesen
Zur Erreichung dieser Ebenheitsklasse muss der Boden- oder Parkettleger spachteln. Der Spachtelmassenauftrag sollte 1 mm Nenndicke bei Textilbelägen betragen und 2mm bei elastischen Belägen.

Grundieren! So verhinderst du Orangenhaut und Pinholes beim Spachteln.

Vor allen Spachtelarbeiten solltest du den Estrich gründlich und satt grundieren. Andernfalls entstehen Fehler in der Oberfläche.

Ebenheitsklasse E3

Die Ebenheitsklasse E3 entspricht der DIN 18202 nach Tabelle 3, Zeile 4. Hierin sind höhere Bedingungen an den Untergrund gestellt. Dadurch fallen die Toleranzen niedriger aus. Zusätzlich muss auch hier eine Spachtelung erfolgen.

Messpunkteabstand0,1 m1 m2 m4 m
Ebenheitstoleranz1 mm3 mm5 mm9 mm
Auszug aus DIN 18202 Tabelle 3, Zeile 4

Welche Bodenbeläge eignen sich zur Verlegung auf Ebenheitsklasse E3?

 Vollflächig verklebtSchwimmende VerlegungLose verlegt
E3Parkett; groß- oder kleinflächige Formate zur Vermeidung von Wippern und Hohlstellen; insbesondere bei großformatigem ParkettElastische Beläge/Mehrschichtige modulare Beläg
E3TextilParkett/Laminat/ Mehrschichtige modulare Beläge
E3Strukturierte und stark gemusterte elastische Bodenbeläge in Bahnen sowie Fliesen und PlankenTextile Fliesen

Zur Erreichung dieser Ebenheitsklasse muss der Boden- oder Parkettleger spachteln. Der Spachtelmassenauftrag sollte 1 mm Nenndicke bei Textilbelägen betragen und 2mm bei elastischen Belägen, Parkett und Laminat. Diese Anforderungen können auch mit einem Untergrund erreicht werden, die nur der Ebenheitsklasse E2 zugehörig sind, wenn die Spachtelschichten um jeweils einen Millimeter erhöht werden.

Die richtige Spachteldicke sicher erreichen

Setze eine Rakeltechnik in Verbindung mit einer Rakelzahnung R 1 bis R 3 ein, um die richtige Schichtdicke der Spachtelmasse zu erreichen. Bei 3 mm Schichtdicke kann ein Stiftrakel eingesetzt werden.

Ebenheitsklasse E4

Die höchste Ebenheitsklasse E4 entspricht ebenfalls der DIN 18202 nach Tabelle 3, Zeile 4. Hierfür muss „die Oberfläche sichtbar glatt sein.“ Durch sind die Für die Verlegung insbesondere von Parkett ist diese Ebenheitsklasse jedoch nicht erforderlich.

 Vollflächig verklebtSchwimmende VerlegungLose verlegt
E4In der Regel für Parkett nicht erforderlich
E4Textil (z. B. dünne textile Bodenbeläge sowie Flachgewebe)In der Regel für Parkett nicht erforderlichIn der Regel für Parkett nicht erforderlich
E4Gemusterte und unifarbene elastische Bodenbeläge in Bahnen sowie Fliesen und Planken

Zur Erreichung dieser Ebenheitsklasse muss der Boden- oder Parkettleger spachteln. Der Spachtelmassenauftrag sollte 1 mm Nenndicke bei Textilbelägen betragen und 2mm bei elastischen Belägen. Diese Anforderungen können auch mit einem Untergrund erreicht werden, die nur der Ebenheitsklasse E2 zugehörig sind, wenn die Spachtelschichten um jeweils einen Millimeter erhöht werden.

Um die Anforderungen der Ebenheitsklassen E4 zu erfüllen, sollte bei der Spachtelung mindestens die geforderte Nenndicke, besser die Mindestdicke eingehalten werden. Rakeln und anschließendes Entlüften mit einer Stachelwalze sind ebenfalls erforderlich. Eine Mindestdicke von 3 Millimetern kann mit einer R-2-Zahnung nicht sichergestellt werden. Hier sollte der Stiftrakel eingesetzt werden. Ein abschließender Reinigungsschliff beseitigt kleinere Oberflächenfehler, wie zum Beispiel „Pickel“.

Achtung: Häufig sind Stachelwalzen mit Spritzschutzkappen versehen. Diese verhindern Verschmutzungen, zum Beispiel an Wänden. Sie können aber auch zu Oberflächenfehlern führen. Nämlich dann, wenn am Blech anhaftende Spachtelmasse abtropft und dabei Mulden in der bereits gespachtelten Fläche erzeugt.

Oberflächenfehler nach dem Spachteln beseitigen

Zeigen sich nach dem Reinigungsschliff größere Mängel in der Oberfläche, zum Beispiel Kellenschläge, müssen diese mit Reparaturspachtel ausgeglichen werden. Kellenschläge lassen sich mit einem normalen Schleifgang nicht entferne

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Werdegang:
1995 Meisterprüfung zum Parkettlegermeister
seit 1.5 1995 Bei UZIN Anwendungstechniker
seit 2007 Anwendungstechnischer Leiter Innendienst UZIN
Anwendungstechnik Boden Parkett

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