Wie prüfe ich den Untergrund fachmännisch?

Der Untergrund ist Basis für jeden neuen Bodenbelag. Ihn zu prüfen ist der erste Schritt auf dem Weg zum neuen Boden, und auch einer der wichtigsten. Bodenprofis haben dafür eine ganze Checkliste von Prüfkriterien. Diese sind unter anderem in der DIN 18365, der DIN 18356 und der DIN 18202 festgelegt.

Die Beschaffenheit des Untergrunds bestimmt, wann die Arbeit beginnen kann sowie welche Arbeitsschritte und welche Produkte nötig sind, um auf dem Untergrund einen neuen Bodenbelag zu verlegen.

Untergründe in Neubauten, meist Estrich, sind am leichtesten zu bearbeiten, denn sie sind meist glatt und sauber. Aber sind sie auch trocken? Dies ist das wichtigste Kriterium bei Untergründen in Neubauten, denn es kann sein, dass der neue Estrich noch weiter trocknen muss, bevor die Arbeit am Boden beginnen kann.

Info: Trockenestrich, bestehend etwa aus Gipskarton- oder Zementplatten, braucht keine Trockenzeit.


1. Feuchtigkeit

Nassestrich oder Rohbeton können noch durchfeuchtet sein. Ein passendes Messgerät verrät, wie trocken der Untergrund wirklich ist und ob die Arbeit beginnen kann.
Wenn du einen Anhaltspunkt haben willst, ob der Untergrund trocken ist, lege eine Nacht lang eine Glasscheibe auf den Untergrund. Wenn sie am nächsten Morgen beschlagen ist oder sich gar Tröpfchen bilden, ist der Untergrund sicher nicht trocken genug zum Verlegen. Ganz sicher gehst du aber nur mit speziellen Messgeräten! Für Altbauten, die einen Wasserschaden hatte, gilt dasselbe: Der Untergrund muss trocken sein, bevor ein neuer Bodenbelag verlegt werden kann.

2. Glatt und sauber

Bei Altbauten ohne Wasserschaden ist der Untergrund meist schon trocken genug, um mit dem zweiten Schritt zu beginnen: dem Reinigen des Untergrundes.
Schleife die Zementhaut von Betonuntergründen ab, sauge die Oberfläche, entferne alle Körnchen und Reste.

3. Bestehender Untergrund prüfen

Ist der Untergrund ein alter Teppichboden, auf dem du mit  Hilfe eines Trockenklebers (z.B. Sigan) einen neuen Belag verlegen möchtest, sollte dieser mit einem Profigerät gereinigt werden (danach muss er gut trocknen). Alter Fliesenboden wird nass gewischt.
Erst dann kann der wichtigste Schritt erfolgen: Du musst prüfen, ob der Untergrund eben ist.
Das ist für jede Art von Bodenbelag wichtig. Parkett- und Laminatpaneele können sich auf unebenem Boden verwinden, aufspringen oder an der Nut-Feder-Verbindung brechen. Auf elastischen und textilen Böden können sich Unebenheiten als Wellen abzeichnen.

4. Eben und fest

Verwende eine möglichst lange Richtlatte, um den Boden an verschiedenen Stellen auf Unebenheiten zu untersuchen. Der maximale Toleranzbereich sind 4 Millimeter auf einen Meter, er kann aber je nach den Herstellerangaben des Bodenbelags auch geringer sein. Suche den Boden auch nach Rissen, Löchern und Poren ab. Auch diese musst du verschließen.

Wenn dein Untergrund alte Fliesen oder Dielen sind, prüfe, ob Sie alle fest sind. Gerade bei Dielen lockern sich manchmal einzelne Holzdielen oder Fliesen, die dann knarren oder klappern können. Finde diese losen Teile und nagle oder klebe sie fest.
Wenn der Boden nicht eben ist, wähle eine passende Ausgleichs- oder Spachtelmasse, um ihn zu glätten. Die Masse muss zur Schichtdicke und zum Untergrund passen. Aber auch bei ebenem Boden empfiehlt es sich, eine Grundierung und eine dünne Schicht Spachtelmasse aufzutragen. Nur so wird der Boden wirklich glatt und ist damit optimal für die nächsten Arbeitsschritte vorbereitet.

5. Fußbodenheizung, Raumklima und Co.

Prüfe auch, ob im Estrich Heizungsrohre einer Fußbodenheizung verlegt sind und lasse dir das Aufheizprotokoll zeigen und übergeben. Das ist wichtig für die Produkte und Beläge, die du verarbeiten möchtest. Nicht alle Bodenbeläge und Klebstoffe sind für die Verlegung auf Fußbodenheizung geeignet.
Das Raumklima spielt ebenfalls eine Rolle. Prüfe die Temperatur und Luftfeuchtigkeit sowie gegebenenfalls die Temperatur in den Räumen, die im Stockwerk unter deiner Baustelle liegen. Verwende dafür geeignete Messgeräte. UZIN-Produkte und ihre Verarbeitungs- und Ablüftezeiten sind auf eine Raumtemperatur von 20 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von 65 Prozent optimiert. Ein anderes Raumklima verlängert oder verkürzt die Verarbeitungs- und Trocknungszeiten.


Hier sind die Prüfkriterien der Bodenprofis nochmals im Überblick:

  • Festigkeit
  • Feuchtigkeit
  • Ebenheit
  • Porosität
  • Bewegungsfugen
  • Verunreinigungen
  • Aufheizprotokoll
  • Ebenheit/Höhenlage
  • Lufttemperatur
  • Temperatur im Geschoss darunter
  • Markierungen
  • Überstand Randstreifen
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Werdegang:
1995 Meisterprüfung zum Parkettlegermeister
seit 1.5 1995 Bei UZIN Anwendungstechniker
seit 2007 Anwendungstechnischer Leiter Innendienst UZIN
Anwendungstechnik Boden Parkett

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