Was ist das Besondere an Kontaktklebstoffen?

Zwei Eigenschaften verleihen Kontaktklebstoffen ihre herausragende Stellung: Sie sind die einzigen Klebstoffe, die eine messbare Sofortfestigkeit der Verklebung liefern. Zusätzlich ist ihr Haftspektrum extrem breit, so dass sie häufig bei schwierigen Verklebungen als Problemlöser dienen.

Als Untergründe für Kontaktklebstoffe eignen sich alle üblichen Baumaterialien wie Estriche, Spachtelmassen, Putze sowie Verlege- oder Metallplatten. Die jeweilige Oberfläche sollte möglichst glatt und eben sein. Glatte, dichte Untergründe wie Metallplatten, alte Nutzbeläge oder Beschichtungen müssen gründlich angeschliffen und abgesaugt werden. Kreidende oder staubende Oberflächen, wie calciumsulfatgebundene Estriche und Spachtelmassen oder Spanplatten müssen zumindest grundiert, besser noch gespachtelt werden.

Bei Belägen oder Profilen, die um Ecken oder Kanten geklebt werden, wirken verformungsbedingt permanent hohe Zugspannungen. Typische Fälle sind Hohlkehlen, Sockelaußenkanten oder Treppenstufen. Hier können Kontaktklebstoffe ihre spezifische Stärke ausspielen.

Durch die Sofortklebekraft bleiben die Beläge und Profile trotz der zum Teil hohen Zugspannungen von Anfang an in Form, die hohe Endfestigkeit gewährleistet die Dauerhaftigkeit der Verklebung. Voraussetzung ist selbstverständlich die fachmännisch ausgeführte Untergrundvorbereitung.

Obwohl nicht unbedingt typisch, wird auch in der Fläche in erheblichem Umfang mit Kontaktklebstoffen geklebt, wenn etwa direkt anschließend an ein Profil oder eine Treppenstufe kleinere Belagsflächen geklebt werden sollen oder in Aufzügen elastische Bodenbeläge zu kleben sind. Die Anforderung zur flächigen Verklebung von Bodenbelägen kann auch für Wände auftreten. Oft sind dies Prallwände in Sporthallen, aber auch Bodenbeläge, die in Schulen oder Kliniken an die Wand geklebt werden.

Da bei der Wandfixierung der Klebstoff zusätzlich die Belastung durch das Eigengewicht des Belags aufnehmen muss und auch extreme Punktbelastungen durch „Balleinschlag“ auftreten können, ist eine besonders hohe Leistungsfähigkeit des Klebstoffs für eine dauerhafte Funktionsfähigkeit der Klebung essenziell. Lange Zeit war etwa die Prallwandverklebung aufgrund der extrem hohen Anforderungen eine Domäne der lösemittelbasierten Kontaktklebstoffe. Mittlerweile können diese Anforderungen jedoch auch von wasserbasierten Systemen erfüllt werden – vor dem Hintergrund der großflächigen Anwendung und der damit einhergehenden erheblichen Lösemittelbelastung in geschlossenen Räumen eine sehr positive Entwicklung.

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Werdegang:
1995 Meisterprüfung zum Parkettlegermeister
seit 1.5 1995 Bei UZIN Anwendungstechniker
seit 2007 Anwendungstechnischer Leiter Innendienst UZIN
Anwendungstechnik Boden Parkett

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